Nach jedem Einsatz bleibt die Gefahr in der Schutzkleidung: krebserregende Stoffe wie PAK, chemische Toxine, biologische Erreger. Normale Wäsche entfernt sie nicht. Wir machen Einsatzkleidung wieder einsatzbereit — dekontaminiert, geprüft, repariert, vollständig dokumentiert.
Schutz, auf den Sie sich verlassen können.
Beratung anfragenDie Gefahr
Brandrauch ist eine komplexe Mischung aus gasförmigen, dampfförmigen, kondensierten und festen Stoffen wie Ruß, Asche und Staub — so fein verteilt, dass der Luftstrom sie überallhin trägt. Beim Abkühlen kondensieren die Rauchbestandteile und lagern sich auf den Oberflächen der Umgebung ab, in Fließrichtung auch auf Kleidung; die Zusammensetzung des Brandrauchs verändert sich dabei kontinuierlich.
Die in epidemiologischen Studien nachgewiesene erhöhte Gefährdung von Feuerwehrleuten, an Krebs zu erkranken, hat vielfältige Forschungsaktivitäten ausgelöst. Im Fokus stehen die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK): Sie entstehen bei jedem Brand — bei ventilationsgesteuerten Bränden in erhöhtem Maße — und gelten als Leitsubstanzen für die Karzinogenität von Brandrauch. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet dazu, diese Gefährdung zu minimieren; die fachgerechte Aufbereitung der Schutzbekleidung (PSA) ist Teil dieser Pflicht.
Doch die Bedrohung beschränkt sich nicht auf Ruß und Rauch. Direkt am Einsatzort wird die Schutzbekleidung zum Schwamm für ein ganzes Spektrum unsichtbarer Gefahren:
Schmutz ist sichtbar — Kontamination ist gefährlich.
Einsatz beendet — das Risiko bleibt in der Kleidung.
Das Problem, sichtbar gemacht
Die Schutzbekleidung (PSA) von Einsatzkräften unterliegt im Einsatz extremen Belastungen, die die Schutzwirkung dauerhaft beeinträchtigen können. Für eine fachgerechte Bewertung des Ausrüstungszustands muss strikt zwischen sichtbaren und unsichtbaren Faktoren unterschieden werden.
Die äußere, direkt erkennbare Belastung besteht aus grobem Ruß, Asche, Schlamm sowie Ölen oder chemischen Brandrückständen auf der Außenhülle. Diese Ablagerungen verstopfen das Gewebe, setzen die Atmungsaktivität herab und erhöhen die Wärmeleitfähigkeit des Materials — was das Risiko von Verbrennungen im nächsten Einsatz steigert.
Mechanische Beschädigungen wie Risse, Schnitte, offene Nähte oder Brandlöcher führen zu einem sofortigen, unübersehbaren Verlust der Schutzfunktion.
Mikroskopische Risse in der Nässeschutz-Membran lassen heißen Wasserdampf von außen durch, während Schweiß nicht mehr entweichen kann. Eine beschädigte oder nicht re-imprägnierte Außenhülle nimmt Wasser auf wie ein Schwamm — beides erhöht das Risiko eines Dampfdurchschlags im nächsten Brandeinsatz.
Auch die Schadstoffe nehmen denselben Weg — und eine normale Nasswäsche wäscht sie nicht aus. Ohne professionelle Aufbereitung verbleiben die krebserregenden Stoffe im Gewebe und werden schleichend über die Haut aufgenommen oder in Einsatzfahrzeuge und Wachen verschleppt.
Zusätzlich entstehen oft unsichtbare Schäden an der Materialstruktur:
Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz — eine normale Wäsche reicht keinesfalls aus, um eine funktionierende PSA zu erhalten.
Niemand sollte mit nicht normkonformer Schutzbekleidung in den Einsatz gehen.
Unsere Antwort
Schmutz entfernen, Schadstoffe extrahieren: Ein ehrlicher Prozess trennt die Aufgaben strikt, weil ein einziges System niemals alles kann. Die Aufbereitung läuft deshalb in klar getrennten Schritten ab — abgestimmt auf Verschmutzungs- und Kontaminationsgrad, auf Vorschrift und Herstellervorgabe.
Zuerst kommt die Kleidung in eine computergesteuerte Sprühwaschmaschine. Das Ziel: Entfernung des alltäglichen Schmutzes — Schweiß, Blut, Rußkrusten, Schlamm. Exakt dosierte, materialschonende Waschzusätze und niedrige Temperaturen lösen den groben Schmutz; auch Fasern wie Asbest oder Glaswolle werden im Wasser gebunden und sicher ausgespült. Die Jacke ist danach sauber — aber noch nicht tiefenrein.
Flüssiges Kohlendioxid wird bei etwa 50 bis 70 bar und rund 15 °C eingesetzt. In diesem Zustand hat es eine sehr geringe Oberflächenspannung und Viskosität und erreicht dadurch Porenräume in Membranlaminaten, die für Wasser nicht zugänglich sind. Dort löst es unpolare Verbindungen — polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Öle, Fette — und trägt sie mit dem Kreislauf aus. Beim Absenken des Drucks verdampft das CO₂, wird destillativ zurückgewonnen und im Prozess wiederverwendet; die abgeschiedenen Rückstände werden getrennt entsorgt. Die Stoffe werden also entfernt und isoliert, nicht chemisch umgewandelt. Das Textil verlässt die Anlage trocken, ohne thermische Belastung.
Die Dekontamination mit (L)CO2 ersetzt die Nassreinigung nicht. Sie ist ein weiteres Element der Aufbereitungskette und dient der Prävention — dort, wo Schadstoffe tiefer sitzen, als Wasser reicht.
Dieser Schritt läuft bei uns nicht automatisch mit. Ob ein Teil in die CO₂-Anlage geht, entscheidet der tatsächliche Bedarf: Innenangriff unter Atemschutz, Realbrandausbildung, Kontakt mit Brandrückständen, Industrie- und Fahrzeugbrände, Geruchsbefund nach der Wäsche. Grundlage ist die Rückmeldung der Einsatzleitung, festgehalten am jeweiligen Teil. Eine Jacke von der Sicherheitswache und eine Jacke aus dem Innenangriff sind unterschiedlich belastet — und werden unterschiedlich behandelt.
Sie zahlen für die Behandlung, die das Teil braucht.
Feuerwehrschutzkleidung besteht aus mehrlagigen Membranlaminaten mit zwei Aufgaben: Flammen abhalten und zugleich Löschwasser, Kraftstoffe und Chemikalien vom Körper fernhalten. Die zweite Aufgabe übernimmt die Imprägnierung. Verliert sie ihre Wirkung, nimmt das Gewebe Flüssigkeit auf — die Kleidung wird nass, verliert Atmungsaktivität und isolierende Wirkung, die Temperatur im Inneren steigt. Was schützen soll, wird im Innenangriff zur Gefahr.
Die aufgetragenen Polymere richten sich beim Einwalzen und Trocknen aus: Die fluorierten Seitenketten stellen sich zur Oberfläche hin auf und setzen die Oberflächenenergie des Gewebes herab. Flüssigkeiten perlen ab, statt einzudringen — Wasser ebenso wie Öle und Kraftstoffe. Fluorfreie Alternativen erreichen diese niedrige Oberflächenenergie nicht; sie weisen Wasser ab, aber keine öligen und organischen Flüssigkeiten. Für Einsatzkleidung, die mit Kraftstoffen in Kontakt kommt, ist das ein Unterschied mit Folgen.
Entscheidend für die Wirkung ist die Ausrichtung der Polymere an der Oberfläche, nicht die Menge im Gewebe. Im Tauchbad wird ein Vielfaches an Mittel eingesetzt, von dem der größte Teil über das Spülwasser wieder ausgetragen wird. Das Sprühverfahren bringt den Wirkstoff gezielt dorthin, wo er wirkt: Es kommt mit deutlich weniger aus, belastet das Abwasser nicht mit Restflotten und schont die Membran, weil kein Mittel durch das Laminat gedrückt wird.
Nach DIN EN 469 gibt der Hersteller an, nach wie vielen Reinigungszyklen eine Nachimprägnierung erforderlich wird. Wer diese Zyklen nicht je Kleidungsstück zählt, kann die Vorgabe nicht einhalten — unsere Lebensakte zählt sie. Imprägniert wird nach Befund, nicht nach jeder Wäsche: Zu häufige Behandlung kann die Membran verkleben und genau die Funktion beschädigen, die sie erhalten soll.
Unsere Dienstleistungen beginnen mit der bewährten klassischen Nasswäsche, die eine gründliche Reinigung gewährleistet. Darüber hinaus setzen wir fortschrittliche Technologien wie die Ozon-Vorbehandlung ein, um auch hartnäckige Verunreinigungen zu beseitigen, sowie druckverflüssigtes Kohlendioxid — eine innovative Methode, um die Schutzausrüstung schonend zu behandeln und gleichzeitig ihre Schutzeigenschaften zu erhalten.
Die Funktions- und Zustandsprüfung der Schutzbekleidung (PSA) regeln verschiedene Vorschriften und Richtlinien. Unser Prüfungssystem ist IT-gestützt und ermöglicht eine effiziente Einsatzprüfung nach festgelegtem Ablauf, der nahtlos in unsere Dokumentation integriert wird — nach den Vorgaben der Fw-Dienstvorschriften sowie der DGUV.
Die Nutzungsdauer von Feuerwehrschutzkleidung — als grobe Richtlinie bis zu 10 Jahre — wird nur durch proaktive Instandhaltung, fachgerechte Aufbereitung und Prüfung gemäß DGUV erreicht und kann so gegebenenfalls verlängert werden.
Der Beweis: unser Prüflabor
Reflexstreifen machen Einsatzkräfte bei Dunkelheit und Rauch sichtbar — ihre Leistung lässt mit jedem Aufbereitungszyklus nach. In unserem eigenen Prüflabor für Reflexmaterial messen wir das: mit einem Retroreflektometer nach EN ISO 20471 (R′ ≥ 100 cd/(lx·m²)) und einem Spektralphotometer für das fluoreszierende Warngewebe. Geprüft wird gemäß DGUV jährlich oder bei anstehenden Reparaturen — von zertifiziertem Fachpersonal: PSA-Sachkundiger (IHK), Schneidermeister, Textilingenieur.
Jede Messung fließt in die Produktlebensakte ein, inklusive Verschleißverlauf über alle Zyklen. So ist objektiv belegt, wann ein Reflexstreifen die Norm nicht mehr erfüllt und die Schutzbekleidung auszusondern ist.
Instandsetzung
Feuerwehrschutzkleidung repariert man nicht nebenbei. Die fachgerechte Instandsetzung nach EN 469 und HuPF, angelehnt an die ISO 23616 und die NFPA 1850, ist bei uns ein eigenständiger Tätigkeitsbereich mit zwei Standorten: die PSA-Schneiderei in Issum, Bogenstraße 29, und unsere zweite Schneiderei in Borna, Grabengasse 3. Beide arbeiten ausschließlich an persönlicher Schutzbekleidung (PSA).
Schneidermeister, PSA-Fachkräfte (IHK), Bekleidungstechniker und Textil-Designer: vier Kernqualifikationen unter einem Dach. Repariert wird mit Original-Ersatzteilen und nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers.
Das Vier-Augen-Prinzip für Ihre Sicherheit. Die abschließende Beurteilung der Einsatzfähigkeit erfolgt ausschließlich durch ausgebildete Schneider, getrennt von der Person, die die Reparatur ausgeführt hat. Erst nach dieser Prüfung verlässt die Kleidung unsere Schneiderei. Jede Instandsetzung wird in der Lebensakte dokumentiert, mit Schadensart, Maßnahme und Kosten.
Wir begutachten und schlagen vor, Sie geben frei. Die Verantwortung für Ihre Ausrüstung bleibt zu jeder Zeit bei Ihnen. Als Entscheidungsgrundlage liefern wir Fotos des Schadens, die Einschätzung unserer Fachkraft und ein Angebot mit Kosten. Sie entscheiden auf dieser Grundlage, nicht nach einer Beschreibung am Telefon.
Wir reparieren, was reparierbar ist, und sagen Ihnen, wann eine Aussonderung sicherer ist. Jede fachgerechte Instandsetzung verlängert die Nutzungsdauer Ihrer Schutzbekleidung und spart Ersatzbeschaffungen.
Sie müssen nicht Ihren ganzen Bestand übergeben. Wir reparieren, prüfen und dekontaminieren auch einzelne Kleidungsstücke — jedes Teil mit Befund und Eintrag in der Lebensakte, wie im gesamten Bestand auch.
Beauftragen Sie uns direkt über unseren digitalen Reparaturauftrag. Sie erreichen ihn über den Log-in oben rechts.
Vom Einsatz zur Aufbereitung
Mit dem Ablegen der Einsatzkleidung endet der Einsatz — die Gefährdung nicht. Was Einsatzstellenhygiene leistet, ist Schadensbegrenzung: Verschleppung verhindern, vorreinigen, verpacken, getrennt transportieren. Die DGUV formuliert das Ende dieser Kette in einem Halbsatz: Die Ausrüstung sei „der geordneten Aufbereitung zuzuführen.“ Was „geordnet“ bedeutet, steht dort nicht.
Ab diesem Punkt kehrt sich die Fragestellung um. Im Einsatz lautet sie: Wie schütze ich die Einsatzkraft vor dem, was geschieht? In der Aufbereitung lautet sie: Was ist über den Zustand dieses einen Kleidungsstücks bekannt — und woraus ergibt sich das?
Damit ist die Aufbereitung keine Reinigungsleistung, sondern eine Feststellungsleistung. Ihr Maßstab ergibt sich aus den Regelwerken, die den Stand der Technik für diesen Prozess beschreiben: der Pflegeanweisung des jeweiligen Herstellers, der ISO 23616 für Reinigung, Inspektion und Reparatur von Feuerwehr-PSA sowie der vfdb 08-40 und den DGUV-Informationen, die den Verwendungskreislauf für die deutsche Praxis abbilden.
Was sich ändert, ist ihre Grundlage — statt Augenschein eine dokumentierte Zustandsfeststellung.
Digitale Werkzeuge
FireWash 2.0 digitalisiert Ihr Bekleidungslager: Bestände, Tragezeiten, Prüffristen und Dokumentation — zentral in der Hauptfeuerwache wie dezentral im Feuerwehrhaus oder auf der Rettungswache. Über das Schranksystem und unser Online-Portal greifen Sie jederzeit darauf zu.
Für jedes betreute Kleidungsstück führen wir eine Lebensakte: von der Ersterfassung über Reinigungen, Prüfungen und Reparaturen bis zur Aussonderung — mit Seriennummer, Typ, Hersteller und Herstellungsdatum, als Nachweis nach den DGUV-Prüfungsgrundsätzen und den Vorgaben der ISO 23616. So entsteht über Jahre eine Datenbasis zum Verhalten von Schutzbekleidung im Einsatz.
Was an diesen Stellen zuerst nachgibt, sehen wir nicht in der Theorie, sondern in unseren Befunden aus vielen tausend Lebensakten. Unser System spiegelt den Lebenszyklus jedes Artikels an vergleichbaren Verläufen und leitet daraus ab, wo und wann mit Instandsetzungsbedarf zu rechnen ist. Diese Einschätzung soll Feuerwehr und Rettungsdienst Entscheidungen im Umgang und in der Bewirtschaftung erleichtern, gestützt auf Zahlen, nicht auf Schätzung.
Für diese Einschätzung werden ausschließlich Produkt- und Lebenszyklusdaten ausgewertet, keine personenbezogenen Nutzungsdaten von Trägern.
Das Prinzip: Das System liest, der Sachkundige testiert, Sie entscheiden.
Die Organisationsverantwortung und die Verwendungsentscheidung bleiben beim Träger der Feuerwehr. Wir liefern die Feststellung des Zustands und eine faktenbasierte Handlungsempfehlung je Artikel: weiterverwenden, instandsetzen oder aussondern.
Über uns
Comitanda ist ein inhabergeführter Fachbetrieb in Issum am Niederrhein: Reparatur, Wartung, Prüfung und Reinigung von Schutzbekleidung (PSA) für Feuerwehren und Rettungsdienste — als zertifizierter Rundum-Service aus einer Hand, einschließlich der gesetzlich vorgeschriebenen Inspektion nach DGUV.
Nächste Schritte
Ob Erstberatung, Abholung oder ein Angebot für Ihre Wehr: Wir melden uns innerhalb eines Werktags zurück.
Comitanda GmbH
Bogenstraße 22 u. 29a
47661 Issum
Schneiderei Borna
Grabengasse 3
04552 Borna
Telefon: +49 (0) 2835 7999-650
E-Mail: info@comitanda.com
Mo.–Fr.: 08:00–17:30 Uhr
Sa. & So.: geschlossen
Grundlagen unserer Arbeit
Die folgenden Regelwerke bilden die fachliche Grundlage unserer Prozesse in Reinigung, Dekontamination, Prüfung, Instandsetzung und Dokumentation.